Soziale Netzwerke in Anderen Ländern – die Konkurrenz von Facebook

Google, Facebook, Youtube. Fast überall auf der Welt sind dies die drei meistgeklickten Websites, meistens sogar in dieser Reihenfolge. Wer sich das nicht vorstellen kann, darf sich gerne selbst überzeugen. Echte Konkurrenz für die Internetriesen gibt es nur qua Zensur in Russland und China. Und dennoch lohnt sich ein Blick auf die sozialen Netzwerke dieser Welt, die zum Teil für unsere Augen skurrile Blüten treiben, zum Teil aber auch verblüffende Ähnlichkeiten aufweisen.

Soziale Netzwerke in Russland und China

In China ist Facebook verboten, in Russland fast. Also müssen alternative soziale Netzwerke her. In Russland ist die schnell gefunden: VK.com, früher vkontakte.com, was soviel bedeutet wie „in Kontakt“ bzw. „verbunden“. VK bezeichnet sich selbst als „Europas größtes social Network“, ist zumindest im gesamten russischsprachigen Raum das beliebteste und hinter Google bzw. der russischen Suchmaschine Yandex die am häufigsten besuchte Website. Einige der über 100 Millionen User hat VK aber auch in den USA und Deutschland.

VK ist nahezu exakt so aufgebaut wie Facebook – mit Newsfeed, persönlichem Profil, Chatfunktion und so weiter. Sogar das Design sieht aus wie Facebook vor einigen Jahren. In die Schlagzeilen geraten ist VK vor allem, weil sich der russische Staat sehr für die Informationen der Nutzer interessiert und ein Mitbegründer des Unternehmens deshalb erst VK und dann Russland verließ. Außerdem bietet VK seinen Nutzern die Möglichkeit, Audio- und Video-Dateien unbegrenzt hochzuladen. Dieses Feature ist extrem beliebt, aber auch umstritten, da dadurch ganze Spielfilme und Musik-Alben hochgeladen und ausgetauscht werden.

In China ist die Lage etwas anders – dort gibt es nicht das eine „soziale Netzwerk“ im engeren Sinne, das Facebook ersetzt. Am ehesten tritt an dessen Stelle das Portal QQ, das verschiedene Angebote wie einen Instant Messenger, ein Mailprogramm und Online-Spiele bereitstellt. Und eben auch ein soziales Netzwerk, „qzone.com“ (aktuell nicht mehr erreichbar), das allerdings laut Alexa nicht so oft geklickt wird. Der Konkurrent im eigenen Land heißt renren.com, was laut Internet „jeder/jedermann“ bedeutet. Nach eigenen Angaben hat renren 200 Millionen User, von denen 80 Prozent hauptsächlich über die mobile App aktiv sind. Das erklärt die niedrigen Website-Klicks, die auch bei QQ daher rühren dürften. In China hält man also offenbar hauptsächlich per Smartphone Online-Kontakt.

Die kleinen sozialen Netzwerke

Aus ähnlichen Gründen wie in Russland und China, aber mit deutlich geringerer Reichweite hat sich im Iran das soziale Netzwerk cloob.com durchgesetzt. Dessen Reichweite beträgt etwa eine Million Mitglieder und ist somit vergleichbar mit dem deutschen Portal meinVZ oder dem mittlerweile eingestellten wer-kennt-wen.de. Ähnlich verhält es sich mit den meisten umfassenden sozialen Netzwerken – also Seiten, die nach dem „Facebook-Prinzip“ funktionieren und keine Job-, Bilder- oder Blog-Netzwerke sind. Sie sind für Facebook eine ähnliche „Konkurenz“ wie die Suchfunktion von web.de und Altavista für Google. Egal, in welchem Land. Denn natürlich gibt es auch in Ländern ohne Zensur westlicher Konzerne Facebook-Alternativen.

Eine Plattform sei an dieser Stelle jedoch hervorgehoben: das argentinische „Taringa!“ Genau wie auf Facebook können die Nutzer dort in einer Art „Timeline“ Posts absetzen und sich in Gruppen vernetzen. Der entscheidende Unterschied ist: Anstelle eines Like-Daumens können die Beiträge der Nutzer mit 1-10 Punkten bewertet werden. So erarbeiten sich die Nutzer einen Rang. Das sorgt dafür, dass anstelle der „Was machst du gerade?“-Posts mehr Bilder, Gifs und Videos geteilt werden – aber auch echte Blogartikel. Taringa! wirkt daher von außen wie eine Mischung aus Facebook, WordPress und 9gag. Das Konzept scheint zu funktionieren – die Seite verzeichnet angeblich steigende Besucherzahlen auch außerhalb des spanisch-sprachigen Raums.

Hinweis: Wie Sie auf Facebook eine ansprechende Seite erstellen, lesen Sie in unserem Beitrag.
 

Die Blaupause

Wie groß die Marktmacht Facebooks aber wirklich ist, zeigt sich nicht nur an den nackten Zahlen, sondern auch an diesem Bild:Egal welches soziale Netzwerk, egal welches Land, egal welche inhaltliche Ausrichtung – Design und Farbwahl sehen dem Giganten aus Kalifornien überall verblüffend ähnlich. Man soll sich wohl überall wie „zu Hause“ fühlen…a

 

Foto von Cristian Dina von Pexels

 

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