VW Werbung Super Bowl 2014

Super Bowl Commercials 2014 – Ausblick

Noch drei Tage. Dann treffen in Beinahe-New-York die Seattle Seahawks auf die Denver Broncos (Sonntag/Montag 0:30 Uhr MEZ). Super Bowl Time! Wie jedes Jahr blicken wir zum Super Bowl aber nicht auf die sportliche Seite dieses gigantischen TV-Ereignisses (obwohl die durchaus interessant ist). Nein, der Super Bowl bedeutet, man ist geneigt zu sagen „vor allem“, dass wieder eine Flut an großen, teuren und oft sehr gelungenen Werbespots auf den Markt kommt! Viele davon gibt es bereits vorab im Internet – die Highlights fassen wir hier wie gewohnt zusammen.

Noch längst nicht alle Super Bowl Spots haben schon ihren Weg auf Youtube gefunden. Das macht Hoffnung, denn von den bisher veröffentlichten Commercials konnten uns nur wenige so richtig überzeugen. Die Marken und Maschen sind bekannt: Autos, Getränke, Snacks und sonstige Produkte werden mit Tieren, Kindern oder Slapstick beworben, gerne auch in Kombination. Eins der wenigen Highlights des Jahres ist VW mit einem Teaser, der genau diese Unkreativität auf die Schippe nimmt (dazu später mehr). Womit wir bei einem der neueren Trends sind. Im Vorfeld des „Big Game“s haben diverse Unternehmen kurze Teaser veröffentlicht, die Lust auf die eigentliche Werbung machen sollen. Außerdem dürfen immer öfter Internet-Nutzer über die Werbung entscheiden. Es wird also massiv Geld für Werbespots ausgegeben, die dann nicht gesendet werden und davon profitiert letztendlich die Marke. Kann man erst mal so sacken lassen.

Das tun wir jetzt auch, indem wir uns die Clips endlich anschauen – beginnend mit einem Dauerbrenner und Positiv-Beispiel

Doritos

Der Tortilla-Hersteller schickt traditionell mehrere kurze Werbespots ins Rennen, allesamt hauptsächlich lustig. Unser Favorit: Der Rapport beim Chef:

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Die weiteren Spots in unserer Bewertung der Lustigkeit (absteigend): Der Vogelstrauß, Der mysteriöse Fingerreiniger, Die Ziege, Die Zeitmaschine, Cowboy Kid.

Audi

Teil eins der Auto-Enttäuschungen. Der amerikanische Zweig der Ingolstädter mit der Aussage „Keine Kompromisse (beim Luxus)“. Man kreuzt ja auch keinen Chihuahua mit einem Dobermann. Das Ergebnis ist leider nicht besonders komisch, sondern eher verstörend und ziemlich versnobbt. Da fand wohl jemand das Wort „Doberhuahua“ etwas zu witzig. Die „Shining“-Anspielung hilft da auch nicht mehr. Dazu ein völlig unbenutzbarer Pflicht-Hashtag, fertig ist die Super Bowl Werbung, die ihren Eintrag in den Geschichtsbüchern nicht erhalten wird. Vom Auto sieht man, nebenbei bemerkt, auch herzlich wenig.

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Kia

Die Südkoreaner schlagen auch in die Luxus-Kerbe. Ihre Ausgangsidee verspricht deutlich mehr als der Doberhuahua, mit jeder Sekunde wird der Spot aber immer schlechter. Morpheus aus „Matrix“ stellt ein Paar vor die Entscheidung „normaler“ oder „besonderer Luxus“, der besondere ist natürlich ein Kia. Wäre dann Schluss, wär alles gut. Aber dann fängt Morpheus an zu singen. Das alleine reißt den Zuschauer aus der Wohlfühl-Atmosphäre. Aber dann ist auch noch Gähn-Alarm, denn gesungen wird das mittlerweile arg abgenutzte „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“ – und das auch noch in brutal zerstückelter Fassung. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

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Toyota und Chevrolet

Für Toyota und Chevrolet reichen einfache Verlinkungen und wenige Worte. Toyota setzt auf die Muppets. Sie zeigen, wie groß und flexibel der Wagen ist. Für ungeübte mitteleuropäische Ohren ist diese Werbung aber viel zu laut und durcheinander. Chevrolet hingegen zeigt, warum seine Autos hierzulande wohl nicht mehr zum Verkaufsschlager werden. Die Botschaft, dass man mit einem „Chevvy“ Kühe transportieren kann, kommt zwar an, die Darbietung ruft aber weniger Begeisterung, sondern eher ein gleichgültiges „ach ja..“ hervor.

VW

Die Wolfsburger zeigen, dass es besser geht! Ihr diesjähriger Super Bowl Spot kommt zwar bei Weitem nicht an das „Star Wars Kid“ heran, ragt aber (auch mangels Konkurrenz) aus den anderen Auto-Werbungen des Jahres positiv heraus – und das mit einem Gesamtpaket an Videos. VW ist eins dieser Unternehmen, die vor dem offiziellen Spot einen Teaser veröffentlicht haben. Der alleine ist nicht nur eine Minute lang, sondern auch wunderbar (selbst)ironisch und etwas für Fans der letzten Super Bowl Werbungen.

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Der tatsächliche Super Bowl Spot hat mit dem Teaser rein gar nichts zu tun. Sein Leitsatz: „Jedes Mal, wenn ein VW 100.000 Meilen erreicht, wachsen einem deutschen Techniker Flügel“. Sehr nett.

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Damit nicht genug – VW hat auch noch ein „Making Of“ zum Flügel-Spot gepostet. Die komplette Ausschlachtung eines Werbe-Events.

Coca Cola und Budweiser

Coca Cola ist für epische Super Bowl Werbungen bekannt. Mit großen Bildern produziert, pathetischer Musik unterlegt und meist einer ordentlichen Portion Witz. All das lässt der diesjährige Spot vermissen. Stattdessen rennt ein Football spielendes Kind in schlechter Forrest-Gump-Kopie übers Football-Feld, darüber hinaus und bis ins Stadion eines großen NFL-Teams. Keine neue Idee, ein abruptes und nicht direkt logisches Ende, eine überschaubare Aussage und völlig unpassende Musik. Da hat Pepsi mit seiner Halbzeit-Show eigentlich schon gewonnen.

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Axe Peace

Ganz anders Axe Peace. Der Slogan „Make love, not war“ ist zwar auch nicht neu, aber der durchaus berührende Spot setzt ihn sehr sehenswert um. Und was läge bei einem Produkt näher, das den Namen „Frieden“ trägt? Außerdem ist es, nebenbei gesagt, sehr angenehm, dass das Deo mit diesem Spot mal nicht das jugendliche „Ich-will-Sex“-Klischee bedient.

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Sonstiges

Wo wir am Anfang schon von Nutzer-Einbindung gesprochen haben, darf an dieser Stelle H&M nicht unerwähnt bleiben. Bei der Kampagne mit David Beckham dürfen nicht nur die User mittels Hashtag entscheiden, welche der beiden Versionen („angezogen“ oder „nicht angezogen“) im TV laufen soll (SO geht sinnvolles Hashtag-Setzen, Audi!) – nein, der Fernsehzuschauer kann, so er ein Samsungs Smart TV besitzt, sogar direkt über den Bildschirm die Klamotten kaufen, die „Becks“ im Spot (nicht) trägt. Braucht kein Mensch, aber cleveres Marketing ist das schon.

Um mit zwei positiven Beispielen zu enden: Die Biermarke Newcastle Brown Ale wird beim Super Bowl keine Werbung schalten. Deshalb haben die Verantwortlichen auch keine Werbung mit Anna Kendrick gedreht. Sondern ein Fake-Interview mit ihr, in dem sie sich beschwert, dass sie eben doch nicht in dieser tollen und lukrativen Werbung spielen kann. Schon jetzt ein viraler Hit und eine sehr kreative Variante des Trittbrettfahrens.

Und zu guter Letzt „SportsCenter“. Die Sportsendung des amerikanischen Senders ESPN wirbt seit jeher mit witzigen Mini-Spots mit diversen Sport-Stars oder -Maskottchen. So natürlich auch unmittelbar vor dem Super Bowl mit den Maskottchen von Denver und Seattle.

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Damit kann das „Große Spiel“ kommen. Wer wirklich alle Videos rund um die Super-Bowl-Commercials sehen möchte – also auch Marketing-Filme von Pepsi für die Half-Time-Show – dem sei dieser Youtube-Kanal ans Herz gelegt. Sobald etwas Neues online geht, ist es dort zu sehen. Mit Spannung erwarten wir noch die fürgewöhnlich lustigen „Bud Light“-Spots und es wird auch gemunkelt, dass möglicherweise Apple seit langem mal wieder zum Super Bowl wirbt. Das dürfte ja wieder „alles verändern“. Wenn die noch geheimen Spots die gewohnte Qualität haben und der Sport zwischen den Werbeunterbrechungen dann auch noch hochklassig ist, wird die Nacht von Sonntag auf Montag wieder großes Fernsehen.