Effektives E-Mail Marketing

In Zeiten von Social Media passiert es schnell, dass Unternehmen das klassische E-Mail Marketing als angestaubte Kommunikationsform ansehen. Funktioniert denn schließlich nicht sowieso alles über App-Benachrichtigungen, Facebook, Instagram und Co? Ja, diese Kanäle werden zwar immer wichtiger – dennoch sollte man die E-Mail nicht unterschätzen.

Vorteile des E-Mail Marketing

Sie ist nach wie vor ein einfaches und kostengünstiges Tool, um schnell seine Zielgruppe zu erreichen und persönliche Bindung aufzubauen. Außerdem ist ein E-Mail Account für die meisten Menschen ein sehr langfristiger Begleiter und wird nicht, wie ein Kundenkonto oder eine Mitgliedschaft, mal eben gelöscht. Er ist im wahrsten Sinne das digitale Pendent zum klassischen Briefkasten – beständig und stets erreichbar. Auf unserem Blog haben wir bereits Tipps für eine umfangreiche Adressliste zusammengestellt, nun soll das Mailing selbst im Mittelpunkt stehen. Denn damit Ihre Kreationen nicht zur Füllung für Papierkorb und Spam-Ordner werden, sollten Sie ein paar entscheidende Dinge beachten.

Aller Anfang ist catchy: Betreff und Anrede

Achten Sie auf eine knackige Betreffzeile, die das Interesse des Kunden weckt. Sie sollte nicht viel länger als 40 Zeichen sein und auch noch nicht alles über den Inhalt der Mail verraten. Hier sollten Sie nach Gefühl vorgehen: Manchmal funktioniert eine Zeile wie „Balkon-Accessoires im Sale“ besser als „Stil-Frühling für Ihren Balkon!“ oder ähnliches. Spielen Sie mit den Anlässen Ihrer E-Mails, aber scheuen Sie sich auch nicht, ab und zu einfach deutlich zu sagen, worum es geht. Beim Newsletter lassen sich auch verschiedene Betreffzeilen testen, so dass sie per Öffnungsrate herausfinden können, welcher Typ Ihre Zielgruppe am meisten anspricht.

Gestalten Sie die Anrede persönlich und möglichst spezifisch. Je individueller sich der Kunde angesprochen fühlt, desto besser. Das funktioniert natürlich besser für das unregelmäßige Mailing als für den klassischen Newsletter. Informationen wie der Standort oder das Klickverhalten eines Kunden können künftig beim individuellen Einstieg helfen („Willkommen in Berlin! Schau doch mal in unserem Store vorbei“ oder „Na, Entscheidungsschwierigkeiten? Wir helfen mit 10 Prozent Rabatt nach“.)

Knackiger Content mit Mehrwert

Beim tatsächlichen Inhalt sollte ein Schlagwort groß im Vordergrund stehen: Relevanz. Präsentieren Sie nicht einfach nur Ihre Produkte, sondern verknüpfen Sie sie mit einem Mehrwert. Das können interessante Zusatzinformationen zu Produkten sein („Wussten Sie schon, wo der Lavendel für unsere Bodylotion herkommt?“), zeitlich passende Vorschläge („Drei zauberhaft-festliche Styles für Ihren Weihnachtsabend“) oder auch aktuelle Infos aus dem Unternehmen, die die Kunden interessieren könnten („Wir steigen auf nachwachsende Rohstoffe um“).

Denken Sie aus der Perspektive Ihrer Kunden: Die meisten werden Ihre Mail auf dem Smartphone öffnen. Stimmen Sie Ihre Entwürfe daher unbedingt auf diese Form des Abrufs ab. Eine Mail mit verschobenem Text und verzerrten Bildern schaut niemand genauer an. Denken Sie auch daran, dass Ihre Empfänger eher überfliegen, als konzentriert zu lesen. Achten Sie also auf gut verständliche, kürzere Sätze. Beginnen Sie mit einer klaren Botschaft und leiten Sie den Kunden anhand von Absätzen, Bildern und hervorgehobenen Wörtern durch die Mail. Gerade modern gestaltete Grafiken lassen das Auge verweilen und können eine Information schneller vermitteln als Text.

Investieren Sie in ein klares und gut abgestimmtes Design – natürlich in erster Linie auf Ihrer Website. Ist dort alles aufgehübscht und an seinem Platz, passt sich das Mailing an. Versuchen Sie außerdem nie, ein Übermaß an Informationen in Ihrer E-Mail zu platzieren, sondern nutzen Sie die Macht der Links. Ein klar erkennbarer Call to Action (zum Beispiel als Bild mit integriertem Button) sowie Links zu Blogbeiträgen regen zum Weiterklicken an.

Und wenn’s nicht klappt?

Das Folgende würden Sie sicher gern überspringen, wichtig ist es dennoch: Bieten Sie die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert vom Mailing abzumelden. Hat ein Kunde die Entscheidung zum Abmelden getroffen, ist es sinnlos, ihn durch einen Irrgarten der Links und Formulare zu schicken. Damit halten Sie niemanden, sondern sorgen nur für verärgerte (Ex-)Subscriber. Verabschieden Sie den Kunden freundlich und lassen Sie ihn wissen, dass er jederzeit wieder willkommen ist.

Auswerten, auswerten, auswerten

Bevor Sie Ihr Werk an eine große Anzahl von Menschen schicken, sollten Sie verschiedene Testmails versenden, um zu prüfen, ob alles korrekt angezeigt wird. Vergessen Sie dabei die unterschiedlichen Endgeräte (Smartphone, Tablet) nicht. Lassen Sie den Text außerdem von Kollegen nach Rechtschreibfehlern durchsuchen. Unterschätzen Sie außerdem niemals die Antworten, die Ihnen eine detaillierte Auswertung geben kann. Öffnungsraten, Klicks, Conversions, An- und Abmeldungen – all das gibt Aufschluss darüber, ob Sie auf dem richtigen Weg sind oder vielleicht neu über Ihre Zielgruppe nachdenken sollten. Wollen Sie noch direkteres Feedback, bieten sich Umfragen an. Diese sollten aber so kurz und und einfach wie möglich gehalten sein (maximal vier bis fünf Fragen) und nicht zu oft erfolgen. Als Motivation können Sie einen Gutschein, ein gratis E-Book oder andere kleine „Belohnungen“ anhängen.

Auch wenn die E-Mail mitunter als veralteter Kommunikationsweg unterschätzt wird: Ihre Zeit ist noch lange nicht vorbei. Die Kunst besteht darin, sie immer wieder ein bisschen anders zu nutzen und den Fokus auf Effizienz, Mehrwert und ein aktuelles, ansprechendes Design zu legen.