Community Management oder: Wann ist ein Blog ein Blog?

Gleich zu Beginn die Gretchenfrage: „der“ Blog oder „das“ Blog? Spoiler: Sowohl als auch. Artikelfragen sind nämlich das einzige, was zum Thema Blogging heute noch diskutiert wird. Ansonsten sind Blogs – ursprünglich „Weblogs“ – so normal geworden, wie früher eine Tagezeitung auf dem Frühstückstisch am Sonntag. Wir zeigen, warum sie aus dem Community Management nicht mehr wegzudenken sind.

Wer bloggt wo – und was?

Früher hat man seine Freunde gefragt, heute fragt man das Internet. Und die Antwort beginnt so gut wie immer mit Blog.

  • Ihr braucht ein veganes Kuchenrezept für die Kaffeerunde? Guckt mal bei biancazapatka.com rein. 
  • Im Bücherregel herrscht gähnende Leere? Literaturpalast.at hat dazu bestimmt einen Beitrag. 
  • Es ist gerade mal kein Lockdown und ihr möchtet anständig essen gehen? Bei leipzig-leben findet ihr eine ganze Liste an Restaurants – inklusive Bilder, Bewertung und Wegbeschreibung. 

85,6 Millionen Blogposts werden jeden Monat allein von Nutzern der Plattform WordPress veröffentlicht – Tendenz steigend. Damit ist klar, dass der Blog als journalistisches Medium mit Unterhaltungscharakter auf dem Vormarsch ist (Kein Wunder, dass der Postillon zu den erfolgreichsten deutschen Blogs gehört!) Grund also, genauer darüber nachzudenken, ob ein Blog nicht auch für Unternehmen den ein oder anderen Vorteil haben könnte.

Live dabei und gut erklärt ­­– Die Vorteile eines Unternehmensblogs

Fest steht: Auf eurem Blog seid ihr der Boss. Ganz nach dem Motto „Eure Couch, eure Regeln“ könnt ihr hier zeigen, wo der Hammer hängt – und bei Bedarf auch, aus welchem Material dieser Hammer ist, wie er hergestellt wurde und was man außer zu hämmern sonst noch damit anstellen kann. Die goldene Regel dabei ist: Hammer-Content erzeugen!

Um einen „Mehrwert für den Besucher“ zu erzeugen, gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Zum einen ist ein Blog die Spielwiese für Off-Topic-Statements und Blicke hinter die Kulissen: Nichts erzeugt so viel Interesse beim Besucher, wie das Gefühl, „live dabei“ zu sein. Und wenn ein Kunde das Gefühl hat, genau zu wissen, was ein Unternehmen so macht, entsteht Vertrauen – einer der vielen Vorteile eines Unternehmensblogs

Zum anderen sind Blogbeiträge fleischgewordene FAQ: Mit jedem Post habt ihr die Gelegenheit, Fragen und Probleme eurer Leser und (potenziellen) Kunden zu lösen. Und was passiert, wenn ihr das regelmäßig gut hinkriegt? Dann steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass die Besucher zurückkommen, wenn sie die nächste Frage haben. Ihr werdet gleichzeitig auch als Experte auf eurem Gebiet wahrgenommen – und wo kauft man lieber, als bei Fachfrau- oder mann?

Who the hell are you blogging for? – Die Zielgruppenanalyse

Um bei der Hammer-Metapher zu bleiben: Ihr solltet den Nagel auf den Kopf treffen. Egal, ob Beitrag aus dem Unternehmensalltag oder Problemlöse-Post – das Wichtigste ist, genau die Art von Inhalten zu erzeugen, die eure Kunden auch tatsächlich lesen wollen. Aber wie geht das? Das Zauberwort lautet: Zielgruppenrecherche.

Habt ihr euch schon mal gefragt, ob eure Kunden gerne Jogginghosen tragen? Ob sie Dubstep, Debussy oder Deutschrock hören? Was sie gern (oder ob sie überhaupt) lesen? Und fragt ihr euch jetzt, was zur Hölle diese Informationen mit eurem Unternehmen zu tun haben? Was zunächst vielleicht ein bisschen idiotisch klingt, ist in Wirklichkeit knallharte Marketing-Praxis – und auch für Blogtexte hochgradig relevant. Je genauer ihr wisst, wie eure (potenziellen) Kunden ticken, desto besser könnt ihr euch auf ihre Wünsche, Interessen und Probleme einstellen.

Ein Unternehmensblog ist euer „eigenes“ Medium, sozusagen der liebevoll umsorgte Kleingarten der eigenen Unternehmenswebseite. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Inhalte eure Webseitenbesucher gerne sehen wollen – und dazu solltet ihr das Medienverhalten eurer Zielgruppe möglichst gut kennen:

  • Klicken sich eure Kunden in ihrer Freizeit gern durch Instagram, werden sie wohl enttäuscht sein, wenn euer Blog keine tollen Fotos enthält.
  • Lesen sie vorrangig Fachzeitschriften, wird sie ein kumpelhaftes Du eher abschrecken.
  • Kommen sie aus dem Bereich der Selbermacher, erhoffen sie sich von einem Blogpost hilfreiche DIY-Anleitungen.

Dieses Wissen ist Macht – und macht euren Blog zum place to be.

Nachdem jetzt also klar ist, dass der-aber-auch-das Blog ein cooles Tool für euer Community Management darstellt, geht’s ab zum nächsten Post. Hier zeigen wir euch, wie man einen Blogbeitrag schreibt, der auch wirklich fetzt!

Foto von Canva Studio von Pexels